Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bund / Ortsgemeinschaft Lohne

Gesprächsabend mit Weihbischof Wilfried Theising

Am Montag, den 27.11.2017 war Weihbischof Wilfried Theising, Leiter des Offizialats Vechta, bei uns zu Gast. Sehr lange musste er nicht überlegen, als Münsters Bischof Felix Genn ihn bat, vom Niederrhein nach Vechta zu wechseln. "Ich freue mich sehr auf das Oldenburger Land", sagte Theising. Er wurde am 20. September 1962 in einer Bauernfamilie in Wettringen (Kreis Steinfurt) geboren. Dass er mit dem Plattdeutschen vertraut ist, kann in der ländlich geprägten Region als Vorteil gelten.

Weihbischof Wilfried Theising
Weihbischof Wilfried Theising
Wilfried Theising (54) wurde am 28. Januar 2017 in sein neues Amt als Offizial in Vechta eingeführt. Theising war am 21. Oktober 2016 zum neuen Leiter des Offizialats in Vechta ernannt worden. Er trat die Nachfolge von Bischof Heinrich Timmerevers an, der im August 2016 an die Spitze des Bistums Dresden-Meißen gewechselt war. Theising ist der zwölfte Offizial und dritte Weihbischof in Vechta.
Mehr Infos.


Pressetext vom 29.11.2017 / Oldenburgische Volkszeitung
Text: Werner Steinke

An machem Tag ist das Auto Theisings Büro

Weihbischof stellt sich in Lohne vor und gab Einblicke in sein Arbeitsleben
und sprach über die Ökumene.

Nach dem Ablauf der Veranstaltungen zum Gedenken an den 500. Jahrestag der Reformation hatten der Katholische Kaufmännische Verein (KKV) Lohne und die Kolpingsfamilie St. Gertrud den Weihbischof und Offizial Wilfried Theising zu einem Gesprächsabend in das Kolpinghaus geladen, um Einblicke in sein Arbeitsleben zu geben und über Ökumene zu sprechen.

KKV-Vorsitzender Rainer Meyer, mit dem Kolping-Vorsitzenden Georg Schwabe Organisator des Abends, war sich gewiss, damit einem Wunsch des Gastes nachzukommen, der sich bei seiner Einführung „viele Begegnungen" erhofft hatte. Bevor Theising auf die eigentlichen Themen zu sprechen kann, gestand er, dass er sich im Oldenburger Land „putzmunter" fühle, wenn auch sein Kalender sich deutlich verändert habe. Zunächst ging das Mitglied der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) auf seine Beziehungen zum Kolping und KKV ein. die Arbeit der kirchlichen Verbände sei von unschätzbarem Wert, da sie sehr eng am Zeitgeschehen sind. andere Kirchen, die diese Strukturen nicht kennen, beneiden die katholische Kirche darum.

Als Vorsitzender der Ökumene-Kommission des Bistums war Theising dem „Reformationsgedenken" eng verbunden. Von „Feiern" wollte er nicht sprechen, denn das Datum sei letztlich mit einer Trennung verbunden. Erstmals hat die evangelische Kirche die katholische Seite einbezogen. So konnte Vertrauen aufgebaut werden. Es sei darum gegangen, dass jede Seite ihre eigene Verantwortung wahrgenommen und ausgesprochen habe, um so Vertrauen aufzubauen, um „weiter zusammenzufinden".

Die Trennungen spielten auch in der Diskussion eine Rolle. Es ging dabei um das Kirchenverständnis, das Verständnis der Ämter (Priesterweihe) und besonders das Sakramentsverständnis, vor allem die Unterschiede in der Eucharistie. Hier zeigte sich Theising optimistisch, ein von beiden Seiten tragbares Miteinander zu finden. Letztlich betonte er: „450 Jahre der Trennung hatten die Menschen blockiert. Jetzt bin ich froh, dass wir schon so weit sind und das in 50 Jahren erreicht haben!"

Im zweiten Teil schilderte Theising den Wandel seiner Ar-beit vom „einfachen" Weihbischof zur Doppelfunktion auch als Offizialat. Es fallen viele verwaltungstechnische Fragen an. So sei er fünf Tage lang Offizial und am Wochenende Bischof, schmunzelte er, um ernsthaft hinzuzufügen: „Eine Verwaltung ist das A und 0 von Verlässlichkeit und Rechtssicherheit." Doch gelte es darüber hinaus, das pastorale und seelsorgerische Herz einzubringen.

Des Weiteren ist sein Kalender wohl gefüllt durch die Arbeit und die Fahrten im Amtsbereich sowie den Aufgaben für die Bischofskonferenzen, für die er in vier Kommissionen tätig ist. „An manchen Tagen ist das Auto mein Büro", bestätigte er. Aufgeschlossen zeigte er sich gegenüber den lokalen Belangen, sei es die Diskussion um die ausländischen Priesterabordnungen oder die Gemeindereform. Er betonte unter Berufung auf Bischof Felix Genn, dass es keine weiteren Zusammenlegungen geben werde und der bisherige Prozess evaluiert wird. Als ein KKV-Vertreter bat, ob er nicht den derzeit vakanten seelsorgerischen Beistand übernehmen wolle, antwortete er: „Ich werde schauen, ob ich jemanden finde..."

Bilder vom Gesprächsabend mit Weihbischof Wilfried Theising
Bilder: KKV-Lohne