Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bund / Ortsgemeinschaft Lohne

Gründung 1877

1877 waren bei der Gründung des Verbandes die kaufmännischen Kongregationen (kirchliche Vereinigungen für bestimmte Aufgaben) wesentliche Bestandteile dieses neuen Bundes. Schon 12 Jahre vorher gab es den "Verband marianischer Kongregationen für junge Kaufleute", dessen Ziel es war, neben der Selbstheiligung, das katholische Leben zu aktivieren und besonders dem religiösen Apostolat zu dienen.

Die Kongregationen waren zwar nach Berufsständen abgegrenzt, doch berufliche Fragen wurden nicht besonders erörtert. Die eigentlichen Probleme des Kaufmannsstandes und die wirtschaftlichen und sozialen Sorgen und Nöte, die mit ihnen zusammenhängen, wurden erst bei der Gründung des KKV stärker beachtet. Das zeigt sich insbesondere dadurch, dass als erstes in Mainz ein Zentralbüro zur Stellenvermittlung und Empfehlung von jungen Kaufleuten, die ihren Wohnsitz wechselten, eingerichtet wurde und der Verband sich die Unterstützung des Bonifatius-Missionswerkes vornahm. Schon der erste Verbandstag beschloß 1878 in der Satzung:

  1. Förderung des religiösen Sinnes,
  2. Hebung und Vervollkommnung der Allgemein- und Fachbildung und
  3. 3. Pflege der Geselligkeit.


Seit 1891 befindet sich der Sitz des Verbandes in Essen/Ruhr.

Im Jahr 1924 beschließt der Katholisch-kaufmännischer Verein (KKV) auf seinem Verbandstag in Kassel, zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen 1.500 katholischen Kaufleute eine Kaufmanns-Gedächtniskirche zu erbauen. Am 19.1. 1930 wurde diese Kirche in Leipzig Connewitz dem heiligen St. Bonifatius gewidmet und durch Bischof Schreiber eingeweiht. In den Jahren von 1949 bis 1989 bieten die Kirche und die Bonifatius-Gemeinde dem KKV die Möglichkeit, die Kontakte zu den Menschen in der DDR aufrecht zu erhalten. Wie viele andere katholische Verbände wird der KKV 1938 verboten und nach dem Krieg (1947 in Letmathe) wieder begründet. In den 1950er Jahren beteiligt sich der KKV über sein Mitglied Peter Horn entscheidend an der Ausarbeitung des bundesdeutschen Sozial- und Rentenversicherungssystems. 1965 erfolgt, wegen der veränderten beruflichen Struktur der Mitglieder, die Umbenennung in ,,KKV -Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung", wobei das Traditionskürzel mit einer aktualisierten Selbstbeschreibung verknüpft wird.
Gleichzeitig wird die Möglichkeit geschaffen, dass auch Frauen Mitglieder des Verbandes werden können.

Die KKV-Gründung fiel in die Zeit des Kulturkampfes und stellte eine Notwendigkeit dar, insbesondere auch aus sozialen und wirtschaftlichen Motiven heraus. Denn christliches Gedankengut und die Grundsätze des Rechts, vor allem im Handel, waren arg zurückgedrängt worden und mußten baldigst wieder zur Geltung gebracht werden. Aus dieser Einsicht heraus entstand später die Losung des KKV:

"Ehrlich im Handel, christlich im Wandel".